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Rebekka Srygina Yoga-Lehrerin aus Rust (Baden) |
„Yoga gibt mir die Kraft, anderen zu helfen“
Die meisten Menschen im Westen setzen Yoga mit einer Art Gymnastik gleich. In Indien befasst sich Yoga mit spirituellen Aspekten unserer Existenz und ist in erster Linie eine außergewöhnliche, spirituelle und psychologische Wissenschaft. Die Schwierigkeiten bei der Vermittlung dieser Aspekte der Yoga-Lehre sind nur mit Unterstüzung der Philosophie, der Naturwissenschaften, der Medizin und besonders der Psychologie möglich.
In der Ausbildung zur Yoga-Lehrerin war für mich vor allem die Möglichkeit wichtig, die Yoga-Psychologie mit der westlichen Psychologie zu vergleichen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu finden, besonders was die therapeutischen Methoden betrifft. Aus diesem Grunde habe ich mich für die Ausbildung beim IBW-Institut entschieden. Das Ausbildungsprogramm basiert auf den Grundlagen der Psychologie. Es ermöglicht den Studierenden sich auf beide psychologische Traditionen, westliche und östliche, zu stützen und die Yoga-Praxis behutsam auf die westlichen Bedingungen anzupassen. Im Rahmen der Yoga-Lehrer-Ausbildung habe ich am Intensivseminar „Umgang mit Menschen" teilgenommen. Die Kontakte mit gleichgesinnten Studierenden empfand ich als angenehme Bereicherung. Oft war es nicht nötig, einen Satz zu Ende zu sprechen, um von anderen verstanden zu werden. Dieser sechste Sinn war automatisch vorhanden. Und so muss es auch sein. Denn wer sich ausbilden läßt, um anderen zu helfen, muss andere verstehen können. Das Verstehen ist der Anfang jeder Art von Therapie und Heilung.
„Ich bereite gerade ein Yoga-Programm für die Volkshochschule vor“
Seitdem ich die Ausbildung zur Yoga-Lehrerin mit dem Diplom absolviert habe, gebe ich Yoga-Unterricht und bereite jetzt auch ein Programm für die Volkshochschule vor. Yoga hilft den Praktizierenden, körperlich und geistig gesund, vital und stark zu werden. Yoga gibt mir auch die Kraft, anderen zu helfen. So werden das Helfen und das Geholfenwerden in einem Energieaustausch vereint. Die harmonische Vereinigung der Gegensätze ist das essenzielle Ziel unseres Lebens, das wir als Glück erleben können: lehren und lernen, heilen und geheilt werden, lieben und geliebt werden, atmen und ausatmen, geben und nehmen. In meiner eigenen Yoga-Praxis und auch im Yoga-Unterricht, den ich für andere gebe, ist dieser Energieaustausch immer präsent. Es ist aber nicht ratsam, Yoga ohne Ayurveda zu praktizieren. Die ayurvedischen Reinigungs- und Verjüngungsmethoden unterstützen die Yoga-Praxis und sind ein Teil des Yoga-Studiums. Das Yoga-Programm für Frauen kann meiner Ansicht nach auch durch die Methoden der ayurvedischen Schönheitspflege und der Gesichtsgymnastik ergänzt werden. Die Stressfaktoren unserer heutigen Zeit, das rasante Lebenstempo, die Qualität unserer Nahrung, des Wassers und der Luft sind nicht mehr mit den natürlichen Lebensumständen früherer Generationen zu vergleichen. Deshalb brauchen wir die heilende Weisheit der Yoga-Lehre umso mehr. Je schwieriger die Umstände, desto wichtiger ist die Aktivierung unseres gesamten Bewußtseinspotenzials zum Erreichen des höchsten Ziels, der Selbstverwirklichung. Jeder, der in diesem Prozess andere unterstützen kann, wird ein unbegrenztes Feld für seine Tätigkeit finden.
Rebekka Srygina |