„Mein neuer Job macht mich richtig glücklich“
„Wer sich am Ziel glaubt, geht zurück“ – dieser Satz steht unter einem Bild mit einem grünen Labyrinth, das in meiner Beratungspraxis hängt, die ich mir im Souterrain unseres Hauses in Laufenburg bei Waldshut eingerichtet habe. Dieser Satz ist mein Lebenscredo. Deshalb setze ich mir auch immer wieder neue Ziele. Und mit 55 ist man noch lange nicht zu alt, um ganz neu anzufangen. Jetzt erst habe ich berufl ich das gefunden, was mir Spaß macht, woran ich selber wachsen kann. Jeden Tag lerne ich etwas dazu und das beflügelt mich. Endlich tue ich nicht nur was für andere, sondern auch was für mich.
Ich habe mein Leben komplett umgekrempelt und mich berufl ich völlig neu orientiert. Per Fernstudium bin ich zur Lerntherapeutin geworden und habe meine eigene Praxis eröffnet. Selbstständig war ich aber schon länger. Ich bin ausgebildete Bürokauffrau und führte zusammen mit meinem Mann in der Nähe von Heidelberg einen Laden für Bürobedarf. Obwohl unser Geschäft gut lief, machte mir die Arbeit immer weniger Spaß. Hinzu kamen Schul- und Lernprobleme meiner Tochter, mit denen ich mich als Mutter auseinander setzen musste. Im Laden hörte ich von anderen Müttern, dass ihre Kinder ähnliche Probleme hatten. Und als ich dann in einer Frauenzeitschrift eine Anzeige vom Institut für Berufliche Weiterbildung in Lörrach las, zögerte ich nicht mehr lange. Ich forderte einen Studienkatalog an und meldete mich gleich für zwei Fernstudiengänge an: Lerntherapeut und Verhaltenstherapeut. Jeden Abend lernte ich zwei Stunden. Auch jeder Samstagnachmittag war für das Studium reserviert. Toll ist, dass man sich so viel Zeit nehmen kann, wie man braucht. Dadurch ist das Studium auch neben dem Job möglich.“
„Mit NLP habe ich meine Angst vor Hunden überwunden“
Um auch mit anderen Studierenden in Kontakt zu kommen, habe ich mich gleich innerhalb der ersten drei Monate zum Seminar „Methoden effektiver Verhaltensänderung“ angemeldet, das im Studium inbegriffen ist. Dort hatte ich ein absolutes Aha-Erlebnis:
Als die Seminarleiterin fragte, wer bereit wäre, sich als Versuchsobjekt für eine NLP-Behandlung zur Verfügung zu stellen, meldete ich mich. Ich war verblüfft und begeistert von dieser Methode. Negative, angstbesetzte Bilder, die wir in unserem Innern gespeichert haben, werden ins Positive gedreht. Wie wirkungsvoll diese Methode ist, konnte ich selbst feststellen, weil nach der Behandlung im Seminar, sowohl meine Flugangst wie auch meine Panik vor Hunden völlig verschwunden waren. Heute fliege ich ohne Probleme und habe mir sogar einen Hund angeschafft.“
Und seit drei Jahren habe ich kein Stückchen mehr von meiner früher so heiß geliebten Schokoladentorte gegessen. Die kann jetzt ruhig neben mir stehen, ohne dass mich eine Heißhungerattacke überfällt. Das tut meiner Figur gut. Von dieser Begierde habe ich mich auch durch NLP „heilen“ lassen.
Danach stand für mich fest: Das will ich auch können. Das nächste Seminar „Personal Identity“ fand auf Teneriffa statt: Was ich da alles über mich erfahren habe, das war gigantisch. Dadurch habe ich mein größtes persönliches Wachstum erreicht. Für mich war es ein Sprungbrett in ein neues, selbstbestimmteres Leben. Ich habe gelernt, voll und ganz zu mir zu stehen und wirklich authentisch zu sein. Seitdem beurteile ich vieles anders.“
Das Studium zum Lerntherapeuten habe ich in nur neun Monaten geschafft. Und drei Monate später habe ich auch die Ausbildung zum Verhaltenstherapeuten beendet. Ich habe immer konsequent gelernt, weil es Spaß gemacht hat und mir immer neue Einsichten brachte. Die Unterlagen sind so spannend aufgebaut, dass ich immer wissen wollte, was kommt jetzt? Inzwischen war auch meine Tochter Bianca in das Bürogeschäft mit eingestiegen. Dadurch konnte ich mich nach und nach dort zurückziehen und meine eigene therapeutische Praxis aufbauen. Über Anzeigen in der Regionalzeitung und über Mund-zu-Mund-Propaganda kamen die ersten Klienten.
An meine erste Therapiestunde kann ich mich noch ganz genau erinnern: Es war ein 14-jähriges Mädchen, das Angst vor Lehrern und anderen Schülern hatte, sie wollte nicht mehr zur Schule gehen. Ihre Angst war bereits so groß, dass ein Arzt sie krank geschrieben hatte. Durch meine lerntherapeutische Ausbildung konnte ich ihr Freude am Lernen vermitteln und ihr zeigen, wie sie am leichtesten lernt. Durch meine NLP-Ausbildung konnte ich ihre Ängste beseitigen und ihr Selbstbewusstsein stärken. Schließlich hatte das Mädel noch einige Schuljahre vor sich.
„Viele Schüler sind auch essgestört“
Auch das Thema Ernährung habe ich noch in mein Behandlungsrepertoir mit aufgenommen und mich beim IBW in diese Richtung fortgebildet. Viele Mädchen und Jungs, die wegen Lernstörungen zu mir kommen, haben oft auch Gewichtsprobleme. Entweder sie sind zu dünn oder zu dick. Eine Ernährungsberatung ist da unbedingt angebracht.
Je mehr Erfolg ich mit meiner Arbeit hatte, desto mutiger wurde ich. Ich wollte mich nur noch auf diese neue Aufgabe konzentrieren und beschloss mit meiner Familie einen radikalen Schnitt zu machen. Wir lösten das Bürogeschäft bei Heidelberg auf und zogen in den Schwarzwald. Auch Bianca, inzwischen 21 Jahre alt, studiert nun beim IBW. Sie ist passionierte Reiterin und will Tiertherapeutin werden.
Mein Leben hat sich rundum zum Positiven hin verändert. Heute bin ich glücklich, dass ich es gewagt habe, diese Ausbildung anzufangen. Danach ging alles wie von selbst. Ich habe jetzt genug Selbstbewusstsein, um so unverschämte Attacken abzuwehren, wie ich sie einmal noch in meinem Bürogeschäft erlebt habe. Ein arbeitsloser Ingenieur, sagte damals provozierend zu mir: Wie wird aus einer Verkäuferin plötzlich eine Psychologin? Abgesehen davon, dass ich nicht nur Verkäuferin war, würde ich heute genauso provozierend antworten: Es gibt viele Möglichkeiten der Weiterbildung. Der eine nutzt sie eben und der andere nicht.
Marion Scholz |